Kunst
In den Jahrgangsstufen 5, 6 und 7 (sofern Kunst nicht als Profilfach gewählt wurde) wird das Fach Kunst als Nebenfach unterrichtet. Die Schülerinnen und Schüler erleben einen handlungsorientierten, offenen sowie sinnlichen Unterricht. Wir begeben uns auf die Reise in längst vergangene Zeiten, betrachten jedoch auch die gegenwärtige Kunst und treten gemeinsam in die Fußstapfen der großen Künstlerinnen und Künstler.
Dabei wird die Wahrnehmung der Kinder und Jugendlichen geschult, sodass diese Erfahrungen in eigenen gestalterischen Prozessen zum Ausdruck gebracht werden können. Wahrnehmen und Gestalten sind daher als gleichwertige, eng miteinander verknüpfte und sich gegenseitig ergänzende Aktivitäten zu sehen. So werden historische und aktuelle Phänomene der Kunst und der Kultur immer auch im Hinblick auf das eigene Gestalten betrachtet. Darüber hinaus werden Kreativität, Assoziationsfähigkeit, Vorstellungsvermögen und Genussfähigkeit als grundlegende Qualifikationen vermittelt. So werden die Fähigkeiten der Schülerinnen und Schüler im Erfinden, Umgestalten und Entwickeln von Alternativen konkret gefördert.
Die Ergebnisse, die im Kunstunterricht entstehen, werden regelmäßig innerhalb der Schule ausgestellt und vermitteln Einblicke in das vielfältige Angebot der bildnerisch-praktischen Ausdrucksmöglichkeiten, Techniken und Verfahren. Die Präsentation der eigenen Arbeiten spiegelt den Kindern und Jugendlichen eine besondere Anerkennung für ihre Kunstwerke wi-der, vermittelt Selbstbewusstsein und eine differenzierte Selbsteinschätzung im Hinblick auf ihre ästhetische Ausdrucksfähigkeit und ihr eigenes schöpferisches Vermögen. Die gestalterische Mitwirkung am Erscheinungsbild der Schule verstärkt zudem die Identifikation der Schülerinnen und Schüler mit der Oskar-von-Miller Realschule.
Das kreative Arbeiten im Kunstunterricht bietet einen Ausgleich zum sonst eher kognitiv geprägten Lehrangebot und bietet die Möglichkeit, eigene gestalterischen Interessen und Neigungen herauszufinden. Diese können ab der 7. Klasse im Profilfach Kunst (Wahlpflichtfächergruppe IIIb) vertieft trainiert werden.
Ein Plädoyer für die Kunst
Kunstunterricht ist kein schmückendes Beiwerk – er ist ein zentraler Bildungsort. Hier lernen die Kinder nicht nur zu malen oder zu zeichnen, sondern zu sehen, zu deuten und sich mit der Welt auseinanderzusetzen. Kunst schult die differenzierte Wahrnehmung, fördert kritisches Denken und öffnet den Blick für andere Perspektiven. Sie ermöglicht Erfahrungen, in denen ästhetisches Erleben, Reflexion und Ausdruckmiteinander verschmelzen.
Gerade in Zeiten gesellschaftlicher Komplexität ist Kunstunterricht ein Raum, in dem Kinder lernen, Bedeutung zu konstruieren, Ambivalenz auszuhalten und kreative Lösungen zu entwickeln.
Die Auseinandersetzung mit Bildern und künstlerischen Positionen macht kulturelle und persönliche Prozesse erfahrbar – ein unverzichtbarer Beitrag zu einer zeitgemäßen Allgemeinbildung.
Kunst bietet Kindern einen Erfahrungsraum, in dem sie sich als wirksam erleben können. Sie stärkt Selbstvertrauen, ermöglicht nonverbale Ausdrucksformen und trägt zur emotionalen Stabilität bei.
Darüber hinaus lernen die Jugendlichen im Kunstunterricht sich auszuprobieren, zu scheitern, Fehler zu suchen und zu finden, diese als Chance zu sehen, am Ball zu bleiben und durchzuhalten, genau zu beobachten, zu analysieren, auftretende Probleme kreativ zu lösen, geduldig zu sein, sich zu konzentrieren.
Kinder, die künstlerisch arbeiten, trainieren ihre Vorstellungskraft, entwickeln Empathie und lernen, auch Uneindeutiges auszuhalten.
All diese Punkte zeigen, wie wichtig es ist, ästhetische Lernprozesse kontinuierlich zu verankern. Sie bieten Zugänge für alle – unabhängig von Herkunft, Sprache oder Leistungsvermögen.
Kunst ist damit nicht nur ein Fach, sondern ein Möglichkeitsraum, in dem Bildung umfassend verstanden wird: als Beziehung, als Weltzugang, als Selbstbildung.






